Im ehemaligen Möbelparadies geht künftig die Post ab

Im ehemaligen Möbelparadies geht künftig die Post ab

Bammentaler und Neckargemünder Standort werden vereint – Weitere Mieter sind noch unklar

Rhein-Neckar-Zeitung vom 27.10.2020

Das Gewerbeobjekt im Bammental, direkt an der B45 (Nähe Heidelberg), bietet reichlich Platz für Verkaufs-, Prodktions- der Lagerflächen.

Das ehemalige Möbelparadies in Bammental an der B45

Bammental (von Benjamin Miltner). Es zieht sich länger hin als erhofft, aber so langsam konkretisiert sich die Zukunft für das ehemalige Möbelparadies an der Bundesstraße B 45: Mit der Deutschen Post hat nun der erste Nutzer einen Mietvertrag über knapp 1.000 Quadratmeter Gebäudefläche mit dem Eigentümer „Zapf Projektentwicklung“ aus Reichartshausen geschlossen, wie beide Unternehmen der RNZ bestätigten. Für die Stadt Neckargemünd sowie die Gemeinden Bammental, Gaiberg, Mauer und Wiesenbach werde „von diesem Standort aus die Verbundzustellung voraussichtlich im Laufe des zweiten Quartals 2021 organisiert“, berichtet Marc Mombauer als Pressesprecher der Deutschen Post auf Nachfrage.

Damit das bis zum Frühsommer klappt, zieht nun auch der Gemeinderat mit. Er hat in seiner jüngsten Sitzung die Aufstellung des Bebauungsplans „Gewerbepark Bammental B 45“ sowie eine frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit einstimmig beschlossen. Bisher lag für das dortige Gebäudeensemble lediglich eine Baugenehmigung zur Nutzung als Möbelhaus vor. Mit dem Aufstellungsbeschluss ist nun die Grundlage dafür geschaffen, dass sich dort nun unterschiedliche Gewerbebetriebe ansiedeln können.

Die Post macht dabei den Anfang. Im ehemaligen Möbelparadies werden die beiden aktuellen Standorte für die Brief und Paketzustellung in Bammental in der Industriestraße 34 und in Neckargemünd in der Bahnhofstraße 26 zusammengelegt – und damit insgesamt 25 Zustellbezirke vereint. Die bisherigen Mietverträge wurden gekündigt, alle Mitarbeiter bleiben erhalten und ziehen mit um, wie Mombauer erklärt. Und sogar ein Ausbau der Arbeitsplätze steht mittelfristig im Raum: „Die Immobilie ist perspektivisch auf unsere Wachstumsprognosen ausgelegt, sodass bei einer weiteren Steigerung unserer Frachtanteile weitere Bezirke eingerichtet werden können und damit die Beschäftigtenzahl ansteigen kann“, so der Sprecher der Post.

Wer wird neben der Post noch in das Prestigeobjekt am Bammentaler Ortsrand einziehen? Eine klare Antwort darauf kann Daniel Rappoldt von der „Zapf Projektentwicklung“ auf RNZ Anfrage noch nicht geben. „Wir sind mit vielen Interessenten in aussichtsreichen Gesprächen, noch ist aber nichts spruchreif“, so der Zapf-Geschäftsführer. Unter anderen werde weiterhin mit den Betreibern eines Fitnessstudios und einer Drogeriemarktkette verhandelt und auch mit einem großen Online-Versandhändler – Amazon ist es nicht – sei man in Gesprächen. „Gerade aus diesem Bereich zeigen viele Unternehmen Interesse, wir haben aber auch viele Anfragen für kleinere Einheiten“, erzählt Rappoldt. Man habe natürlich den Anspruch, die Flächen schnellstmöglich zu füllen. Er bittet jedoch weiter um Geduld. „Es muss der wirtschaftliche Rahmen passen. Wir wollen eine Situation schaffen, mit der alle Beteiligten langfristig glücklich sind.“

Die Immobilie in der Bahnhofstraße bietet auf zwei Etagen Verkaufsflächen von insgesamt 8.300 Quadratmetern und im Keller 2.000 Quadratmeter für Archiv und Lagerräume im Untergeschoss. Es wurde im Jahr 1962 im Auftrag der Eschelbronner Firma Möbel Streib errichtet und bis Ende des vergangenen Jahres als Möbel-Einrichtungshaus genutzt. Das gesamte Grundstück umfasst etwa 17.300 Quadratmeter inklusive aktuell rund 100 Parkplätzen für Autos und Lastwagen sowie einer Freifläche im Süden. Dieses rund 2.000 Quadratmeter große, noch grüne Areal wurde übrigens kurzfristig aus dem Bebauungsplan herausgenommen. Hier konkretisiert sich die Idee für den Neubau eines Netto-Marktes (die RNZ berichtete) – aber das ist eine andere Geschichte …